Schützenverein Thurtal
     
   
Verein Chronik (Druckversion) Vorstand Präsidenten seit 1888
SV Thurtal
Schiesskalender
Jahresmeisterschaft
Resultate/Ranglisten
Verein
Jungschützen
Schützenstube
Archiv
Links

 

 

Chronik 1888 - 2006

Am 16. November 1888 trafen sich einige Schützen bei Wirt Gamper im Restaurant „Geigenhof“. Die Anwesenden waren Mitglieder der drei bestehenden Schützengesellschaften Hüttlingen, Mettendorf und Eschikofen. Der Grund des Zusammentreffens war eine Besprechung zur Gründung eines gemeinsamen Vereins. Anlässlich einer weiteren Zusammenkunft, ebenfalls im Restaurant „Geigenhof“, erklärte sich eine Anzahl von Schützen für den Eintritt bereit. Zur Vorbereitung der Gründungsversammlung wurde Jakob Gebhart von Hüttlingen als Präsident und als weitere Mitglieder Konrad Dietschweiler von Eschikofen und Jakob Debrunner, Zimmermann, von Mettendorf bestimmt. Es wurde beschlossen, die Gründerversammlung auf den 10. März 1889 ins Restaurant „Rössli“ in Mettendorf, bei Wirt  Ernst Kocherhans, einzuberufen. Der Vorstand wurde beauftragt, Statuten zu entwerfen, um diese anlässlich der Gründerversammlung vorlegen zu können. Der hauptsächliche Grund, einen gemeinsamen Verein zu bilden, bestand darin, eine gezielte Ausbildung betreiben zu können und die Verbundenheit zwischen den verschiedenen Dörfern zu festigen.

Die Teilnehmer an der Gründerversammlung waren von Hüttlingen Jakob Gebhart, Heinrich Kollbrunner, Konrad Hofer, Jakob Kollbrunner, Jakob Gamper und Heinrich Kessler, von Mettendorf Jakob Debrunner, Jakob Huber, Ernst Kocherhans und Ernst Huber, sowie von Eschikofen Konrad Huber. Im Weiteren war Ulrich Stutz von Felben und Gottlieb Schaub von Bern anwesend.

Den ersten Statuten ist zu entnehmen, dass der Jahresbeitrag einen Franken betrug, und dass nur Schützen aufgenommen wurden, die im Jahr zuvor mindestens 80% Treffer erzielt hatten. Geschossen wurde mehrheitlich in stehender und kniender Stellung, ein Schützenhaus bestand nur in Hüttlingen, es war im Besitze einer Baugenossenschaft. Die erste Übung nach der Gründung fand in Eschikofen statt. Anlässlich der zweiten Übung vom 28. Juli 1889 im Schützenhaus Hüttlingen wurden die bereinigten Statuten genehmigt. 

Im Jahr 1890 wurde unser Verein in den Schweizerischen Schützenverein aufgenommen und im gleichen Jahr wurde als erstes Fest kein geringeres als das Eidg. Schützenfest in Frauenfeld besucht. In der Folge besuchte man nun fleissig Feste, wobei es an Möglichkeiten nicht mangelte, da in dieser Zeit viele Standeröffnungsschiessen und Fahnenweihschiessen stattfanden.

Im Jahre 1899 wurde eine Vereinsfahne angeschafft und dabei selbstverständlich auch ein Fest durchgeführt. Ein Überschuss der Fahnen- und Festrechnung wurde verwendet, um das nun im Besitze des Vereins gekommene Schützenhaus zu vergrössern. Der Bestand an Mitgliedern war zu dieser Zeit auf 37 angewachsen.

Im Jahre 1908 erliess der Bundesrat ein Gesetz, wonach alle Wehrmänner des Auszuges und der Landwehr einem anerkannten Schützenverein beitreten mussten und eine bestimmte Schiesspflicht zu erfüllen hatten. Dadurch nahm die Mitgliederzahl erneut deutlich zu.

Im Jahre 1910 wurde die bestehende Schusslinie vom Regierungsrat des Kanton Thurgau als zu gefährlich betrachtet und abgeschätzt. Die Notwendigkeit, das Schützenhaus zu verlegen und verschiedene Verbesserungen vorzunehmen, veranlassten den Verein bei der Bürgergemeinde Hüttlingen eine Anleihe von 1000 Franken bei einer jährlichen Verzinsung von 4,5%, aufzunehmen. Das Schützenhaus wurde nun an den heutigen Standort verlegt. Nach Abschluss dieser Arbeiten wurde wieder, unter der Bezeichnung „Schützenhausweihschiessen“, ein Fest durchgeführt.

Im Protokoll wird 1928 erstmals das Feldsektions- und Bezirkwettschiessen erwähnt. Im Jahr 1932 fand dann das Bezirkswettschiessen in Hüttlingen statt, wobei Adolf Kern, der spätere Präsident, Einzelsieger wurde. Für die Durchführung des Einzelwettschiessen waren die Hüttlinger Schützen erstmals 1937 besorgt.

Aus Anlass des 50-jährigen Bestehens wurde 1938 ein grösseres Fest durchgeführt. Zusammen mit dem auf 25 Jahre Vereinstätigkeit zurückblickenden Musikverein wurde gemeinsam ein in allen Teilen gut gelungenes Fest zum Abschluss gebracht.

Im Jahr 1953 wurde das Bezirkswettschiessen durchgeführt und ein Jahr später fand im Restaurant „Geigenhof“ die Delegiertenversammlung des Bezirksschützenverbandes statt.

Da die elektrische Freileitung durch das Tobel zum Scheibenstand immer mehr grösseren Störungen unterworfen war und laufend Reparaturarbeiten ausgeführt werden mussten, wurde beschlossen, die Freileitung durch ein Kabel zu ersetzen. Zwecks Deckung der Unkosten wurde an den Gemeinderat ein Gesuch für einen Beitrag von 6000 Franken gestellt. Dank Frondienstarbeiten der Mitglieder konnten die Kosten mit 5918 Franken im Rahmen gehalten werden. Diese Sanierung wurde 1955 vorgenommen.

Auf das Jahr 1963, dem 75. Geburtstag des nun 80 Mitglieder zählenden Vereins, wurde die Schiessanlage von 6 auf 8 Scheiben erweitert und mit einer „Silenta“ Signalanlage versehen. Die Munizipalgemeinde beteiligte sich mit einem grosszügigen Beitrag von 16'500 Franken an den Kosten. Die Vereinsmitglieder leisteten stolze 800 Frondienststunden zum Gelingen des Werkes, das durch zutage tretende Felsschichten, die abgebaut werden mussten, erschwert und verteuert wurde. Mit der Durchführung eines gutbesuchten Jubiläumsschiessens, mit 900 teilnehmenden Schützen von 40 Sektionen und weiteren einfachen Festlichkeiten wurde auch dieses Jubiläum gefeiert.

Im Jahre 1965 konnte dank Legaten und Spenden im Schützenhaus eine einfache Schützenstube eingebaut werden.

Ein erneuter Höhepunkt der Vereinsgeschichte war 1976. Es konnte eine prächtige neue Fahne eingeweiht werden. Zur Teilnahme am Fahnenweihschiessen fanden 855 Schützen von 39 Sektionen den Weg nach Hüttlingen.

Im Februar 1979 fand in der Mehrzweckhalle Hüttlingen die Bezirksdelegiertenversammlung statt und im gleichen Jahr wurde das Bezirks- und Einzelwettschiessen durchgeführt.

1988 wurde der 100. Geburtstag zusammen mit dem Musikverein, der den 75. Geburtstag zählt, mit einem dreitägigen Fest und einem Jubiläumsschiessen gebührend gefeiert. Am Wettkampf haben 63 Sektionen mit 1221 Schützen teilgenommen.

Anlässlich des Jubiläumsschiessens wurde das Schützenhaus und seine Einrichtung mit Spenden und vielen Frondienststunden auf den neusten Stand gebracht. So konnte auf der Ostseite ein WC und ein Dachanbau erstellt, neue Schützenläger, Warnerpulte und Schallisolationen eingebaut werden. Bei einem Gesamtaufwand von 36'000 Fr beteiligte sich die Gemeinde mit einem Beitrag von 20'000 Fr.

Nach 22 Jahren als Schützenpräsident und 25 Jahren Vorstandstätigkeit wurde Adolf Rietmann zum Ehrenpräsidenten gewählt. Der Schützenverein zählte inzwischen 110 Mitglieder.

Bereits im Folgejahr beschlossen die Thurtaler Schützen, vier elektronische Scheiben im Wert von 90'000 Fr anzuschaffen. Die Gemeinde beteiligte sich daran mit grosszügigen 60'000 Fr, der Rest wurde mit Spenden und dem Ertrag vom Schützenfest finanziert.

Als nächstes wurde in die Gemütlichkeit investiert, nämlich im Jahr 1992 in eine Schützenstube mit Eckbank, Schwedenofen und einer kleinen Kochnische.

Die Erweiterung auf sechs elektronische Scheiben nahm man im Jahr 1996 und im darauf folgenden Winter in Angriff. Die erforderlichen Mittel von 47'000 Fr wurden durch Spenden, die Vereinskasse und einen Beitrag der Gemeinde von 39'000 Fr zur Verfügung gestellt. Die Vereinsmitglieder führten die Installation praktisch selbständig in Fronarbeit aus.

Aus Freude über die fortwährenden Erneuerungen führte der Verein im Juni 2000 ein Standerneuerungsschiessen durch. An den zwei Wochenenden schossen 1059 Schützen das Wettkampfprogramm und der Thurtaler Nebel sorgte am Sonntagmorgen dafür, dass auch die Festwirtschaft auf Touren kam.

Nur zwei Jahre später führte unser Verein in der Mehrzweckhalle die Bezirksdelegiertenversammlung und auf unserem Stand das Bezirkswettschiessen durch. Traditionsgemäss wurden dabei die Gäste auf einen Parkplatz neben dem Restaurant Waage eingewiesen und mit einem Shuttle zum Schützenhaus gefahren. Bei einer Beteiligung von 491 Schützen wurde eine sagenhafte Kranzquote von 68 % erzielt.

Zur Verminderung der Lärmemissionen ins Dorf erstellten die Thurtaler noch vor dem Bezirkswettschiessen eine Lärmschutzwand in der Verlängerung der Westfassade gegen den Scheibenstand.

Die alten Statuten aus dem Jahr 1930 wurden gründlich überarbeitet und an der Jahresversammlung vom 5. März 2004 einstimmig genehmigt und durch die Kantonale Militärbehörde im Januar 2005 bestätigt.

Bereits ab dem Jahr 2000 wurde mit unserer Patensektion, der  FSG Felben – Wellhausen verhandelt, unter welchen Umständen ein gemeinsamer Schiessbetrieb in Hüttlingen möglich wäre. Ein erster Projektentwurf für eine Vergrösserung des Schützenhauses, mit einem westseitigen Anbau samt grosser Küche und Keller, war mit total 400'000 Fr zu teuer ausgefallen und konnte deshalb nicht weiterverfolgt werden. Schliesslich konnte aber nach langwierigen Verhandlungen mit den Felbener Schützen und vor allem den beiden Gemeindebehörden im Jahr 2005 ein redimensioniertes Projekt genehmigt werden. Auf der Ostseite des Schützenhauses wurde anstelle des Dachanbaus eine neue Schützenstube samt Küche, WC und Wasseranschluss erstellt. Das Schiessbüro wurde von der Westwand in die ehemalige Schützenstube verlegt und an der Stelle des alten Schiessbüros ein Waffenreinigungsplatz installiert. Bei einem Materialbudget von 97'000 Fr beteiligten sich die Gemeinde Felben mit 45'000 Fr, die Gemeinde Hüttlingen mit 20'000 Fr  und die FSG Felben – Wellhausen mit 14'000 Fr an diesem grossen Bauvorhaben. Unter den Bauführern Fabian Tschirren, Max Blunier und Christian Debrunner wurde in über 1000 Frondienststunden eine Stube erstellt, die sich harmonisch an das ehrwürdige Schützenhaus schmiegt.

Am 18. März 2006 konnte unser  Präsident Roman Wegmüller  mit einem Apéro das erste gemeinsame Training der Feldschützen Felben – Wellhausen und des Schützenvereins Thurtal – Hüttlingen auf unserem Schiessstand eröffnen.